Wels erhält digitalen zwilling!

Zur Vereinfachung künftiger Bauvorhaben soll in Wels mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) ein digitaler Zwilling des Stadtgebietes entstehen. Gestartet wird dabei unter der Erde: Der digitale Tiefbaukataster soll alle verlegten Leitungen sowie den Straßenunterbau erfassen. Die Auftragsvergabe für das erste Teilprojekt in der Gartenstadt und in Wimpassing fiel im Gemeinderat am Montag, 16. März einstimmig.

Die Datenerhebung erfolgt durch Bodenradarmessungen (Befahrung/Begehung), die Aufbereitung mit KI-Unterstützung. Diese ermöglicht einen Überblick über die Lage der Leitungen (samt Lecks oder anderer Schäden) und des Straßenunterbaus (samt z.B. Unterspülungen). Weiters können vorzeitig „Überraschungen“ lokalisiert werden, die sonst erst beim Aufgraben zu Tage treten. Dazu gehören etwa Gebäude- und Fundamentreste (z.B. Kellerräume), Kampfmittel und Kriegsrelikte, archäologische Funde inklusive Grabstätten (eine Verknüpfung mit dem bestehenden archäologischen digitalen Stadtplan ist vorgesehen), Kontaminationen und Altlasten, verborgene Hohlräume etc.

Diese fundierte Datenbasis kann künftig etwa bei Bauvorhaben Verfahren beschleunigen und den Prozess der Genehmigung erleichtern. Die Integration in das Geoinformationssystem der Stadt Wels erlaubt die Verknüpfung mit zahlreichen bereits vorhandenen Daten. Gemeinsam mit der Erhebung des oberflächlichen Straßenzustandes soll es beispielsweise künftig möglich sein, Straßenerhaltungsprojekte zeitgerechter und punktueller zu planen und effizienter durchzuführen.

Um die Chancen und Möglichkeiten dieser Technologie auszuloten, wird ein erstes Teilprojekt im Gebiet Gartenstadt/Wimpassing gestartet. Die Gesamtkosten liegen bei brutto nicht ganz 130.000 Euro, 90 Prozent davon sollen durch eine beantragte Förderung des Bundes über die Plattform IÖB (Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung) finanziert werden.

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl:

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Wels bekommt nun wie angekündigt seinen digitalen Zwilling, der erste Schritt auf dem Weg dorthin erfolgt unterirdisch. Dieses Projekt ist nur eines von vielen Beispielen, wie Künstliche Intelligenz im kommunalen Bereich sinnvoll genutzt werden kann.“

Textquelle: Stadt Wels 

Bildquelle: FPÖ Wels