Stadt ersucht, das Füttern von Wildtieren zu unterlassen
„Das Gegenteil von gut ist nicht schlecht, sondern gut gemeint“ – dieses Zitat von Karl Kraus trifft wohl am besten auf Bürger zu, die frei in der Natur lebenden Tieren mit Nahrungsmitteln helfen wollen. Immer wieder erhält die Stadt Wels Beschwerden, dass Wildtiere – und hier vor allem Enten und Schwäne – entlang der Traun und des Mühlbachs, im Welser Tiergarten und in der Freizeitanlage Wimpassing mit Säcken voller Brot, Semmeln, Nudeln und anderen Lebensmitteln gefüttert werden. Sogar Fleisch findet sich teilweise in den Speiseresten.
Das gut gemeinte Füttern von Wasservögeln ist aus mehrerlei Hinsicht zu unterlassen. Einerseits vertragen die Tiere die Lebensmittel nicht, und es kommt zu Verdauungsproblemen, die im schlimmsten Fall zum Tod der Tiere führen können. Durch den engen Kontakt mit anderen Tieren steigt auch das Übertragungsrisiko von Krankheiten massiv. Neben Vögeln werden – siehe unter anderem im Tiergarten – auch Ratten vom Futter angezogen. Auch sie können Krankheiten übertragen, die sowohl für den Menschen als auch für Tiere gefährlich sind.
Entlang von Gewässern hat das Füttern der Tiere eine weitere negative Auswirkung: Die Nahrungsmittel locken viele Wasservögel an, die mit ihrem Kot die Wasserqualität stark beeinträchtigen. Auch übrig gebliebene Futterreste belasten das Wasser schwer. Die Folge ist eine Überdüngung, die dem Wasser Sauerstoff entzieht. Dieser ist jedoch für die im Gewässer befindlichen Pflanzen, Fische und anderen Organismen lebensnotwendig. Das hat zur Folge, dass das biologische Gleichgewicht zerstört wird.
Wasservögel können sich in den Wintermonaten auch bei extremer Kälte ohne menschliche Hilfe ernähren, da sie sich von Natur aus an die heimischen Witterungs- und Nahrungsverhältnisse angepasst haben. Sie kommen deshalb auch ohne zusätzliches Futter über den Winter.

Vizebürgermeister Gerhard Kroiß: „Das Entenfüttern ist für Familien mit Kindern und für ältere Menschen eine liebgewonnene Art, die Natur in der Stadt zu genießen. Leider wird diese Tierliebe oftmals falsch verstanden und Essen verfüttert, das Enten und Schwäne krank macht beziehungsweise jene Tiere anzieht, die man nicht unbedingt füttern wollte.”
Textquelle: Stadt Wels
Bildquelle: FPÖ Wels