Einsatz für Welser Gesundheitsversorgung

Mehrere wichtige gesundheitspolitische Anliegen besprachen Bürgermeister Dr. Andreas Rabl und Gesundheitsreferentin Vizebürgermeisterin Silvia Huber mit der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK). Im Vordergrund stand dabei die Nachbesetzung von niedergelassenen Allgemeinmedizinern mit Kassenvertrag in Wels. Derzeit sind von 29 Stellen eine generell und eine wegen eines Langzeitkrankenstandes unbesetzt, eine weitere wird ab Oktober 2018 frei.

Dem zuständige OÖGKK-Ressortdirektor Mag. Franz Kiesl, MPM, waren die Problemfälle bekannt. Diese gebe es in ganz Oberösterreich, weshalb die GKK auch ein landesweites Maßnahmenpaket ausarbeite: Es umfasst etwa Bonuszahlungen, wenn ein Arzt weitere Patienten aufnimmt, Anreize für pensionierte Mediziner zum Weitermachen, einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an der JKU sowie vermehrte Lehrpraxen bei niedergelassenen Praktikern zum Absolvieren eines Teils des Turnus.

Konkret für Wels nannte Kiesl ein Primärversorgungszentrum als eine mögliche Lösung. Dort arbeitet ein Team von Allgemeinmedizinern je nach Bedarf mit anderen Fachleuten aus dem Gesund-heitsbereich (Physiotherapie, Ernährungsberatung, Mobile Pflegedienste etc.) zusammen. Durch abgestimmte Ordinationszeiten ergeben sich deutlich ausgeweitete Öffnungszeiten. Im gesamten Stadtgebiet gibt es mehrere mögliche Standorte für ein solches Zentrum.

Alle Welser Stadtsenatsfraktionen werden in diesem Zusammenhang ein Schreiben an die OÖGKK, das Land Oberösterreich und die Ärztekammer für Oberösterreich mit Bitte um Unterstützung hinsichtlich des Primärversorgungszentrums richten. Seitens der OÖGKK hieß es, dass ent-sprechende Finanzierungsmodelle für interessierte Mediziner bereits in Ausarbeitung seien.

Weitere Gesprächsthemen waren ein möglicher Ausbau von Ausbildungsplätzen für Allgemeinmediziner am Klinikum, mehr Fachärzte mit Kassenvertrag, die Problematik der Abweisung neuer Patienten durch Allgemeinmediziner nach Pensionierung des „alten“ Hausarztes etc.

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Ein Welser Primärversorgungszentrum wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Dafür muss man aber erst Betreiber und Investoren finden. Die Unterstützung von Interessenten vor allem bei der Finanzierung durch die OÖGKK ist hier ein wichtiger Punkt.“

Gesundheitsreferentin Vizebürgermeisterin Silvia Huber: „Die wohnortnahe hausärztliche Versorgung ist mir ein wichtiges Anliegen. Ein Primärversorgungszentrum wäre hier eine wichtige Chance, die drohende Versorgungslücke zu schließen. Auch den Medizinern käme ein solches Modell entgegen: Denn vor allem junge Ärztinnen – aber auch Ärzte – arbeiten bevorzugt in Teams.“

Textquelle: Stadt Wels
 



FPÖ-Wels, am 19.06.2018





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