Wels sucht wieder Kassen-Allgemeinmediziner

Mit Stand Dienstag, 4. August gibt es in Wels sechs positive COVID-19-Fälle, 50 Personen sind in Quarantäne und 135 gelten als genesen. Eine Statistik des städtischen Gesundheitsdienstes sieht – wie auch das jährliche Zukunftsranking der österreichischen Bezirke – die Stadt in der medizinischen Versorgung sehr gut aufgestellt. Nach wie vor fehlen aber zwei Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag. Gesucht werden auch interessierte Ärzte für die von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zugesagten zwei Primärversorgungszentren.

Nach Rechnung der ÖGK sieht deren Vertragsärztenetz in Wels 44,7 Facharztstellen (diese sind zu 100 Prozent besetzt) sowie 26,0 Allgemeinmedizinerstellen vor. Von diesen sind derzeit zwei frei, beide im Stadtteil Vogelweide: Ein praktischer Arzt führt seine Ordination im Rahmen einer Vereinbarung zur „Interimistischen Sicherstellung der Versorgung“ mit reduzierten Zeiten bis voraussichtlich Ende März 2021 weiter. Noch keinen Kassen-Nachfolger gibt es für einen weiteren Hausarzt.

Insgesamt praktizieren 50 Allgemeinmediziner (Kassen- plus Wahlärzte) in der Stadt. Die entsprechende Gesamtzahl der Fachärzte beträgt 217. Die meisten davon sind im Bereich der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (63) tätig, gefolgt von Innerer Medizin (20), Frauenheilkunde (18), Augenheilkunde (15), Orthopädie (12), Neurologie und Psychiatrie (11) sowie Haut- und Geschlechtskrankheiten und Unfallchirurgie (je 10). Das Klinikum Wels-Grieskirchen beschäftigt 568 Ärzte, drei sind in der Pflegeanstalt der Justizanstalt Wels tätig.

Die derzeit vielversprechendste Welser Adresse für ein Primärversorgungszentrum (PVZ) – in dem ein Team aus Allgemeinmedizinern mit verschiedenen Gesundheitsberufen eng vernetzt zusammenarbeitet – ist die „Nordination“ (Oberfeldstraße 105). Dr. Ines Folger und Dr. Doris Harringer führen dort eine Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin, für ein PVZ fehlt aber ein dritter praktischer Arzt (der logischerweise neben den fachlichen Kenntnissen auch ins Team passen muss).

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Wels ist medizinisch gut versorgt. Zu wissen, dass es ausreichend Ärzte gibt, vermittelt der Bevölkerung gerade in Zeiten von COVID-19 ein Gefühl von Sicherheit. Offene Baustellen gibt es lediglich bei den praktischen Ärzten mit Kassenvertrag und bei den Primärversorgungszentren. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass es auch in diesen Bereichen Lösungen geben wird!“



FP-Wels, am 04.08.2020





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