Immer mehr Schüler angezeigt

Insgesamt 96 Anzeigen nach dem Schulpflichtgesetz wurden im Schuljahr 2018/2019 eingebracht. 49 Anzeigen davon betrafen ausländische Staatsbürger, 21 österreichische Staatsbürger mit Migrationshintergrund und 26 Anzeigen österreichische Staatsbürger.
Im Schuljahr 2017/ 18 waren es lediglich 3 Anzeigen. Grund dafür war die Novelle zum Schulpflichtgesetz, die erst im September 2018 in Kraft getreten ist. Davor kam es erst zu einer Verwaltungsübertretung nachdem ein umfangreicher Fünf-Stufen-Plan – bestehend aus Gesprächsrunden aller Beteiligten - durchgeführt wurde.

Seit 01.09.2018 liegt bei ungerechtfertigtem Fernbleiben der Schüler an mehr als drei aufeinanderfolgenden- oder nicht aufeinanderfolgenden Schultagen eine Verwaltungsübertretung vor und es besteht Anzeigepflicht.
Je nach Schwere der Pflichtverletzung hebt die Bezirksverwaltungsbehörde eine Geldstrafe bis zu 440 Euro ein. Wird diese Geldstrafe nicht bezahlt, kommt es zu einer Ersatzfreiheitsstrafe. Trotz-dem kommt es immer wieder vor, dass Kinder mehrere Tage vor Ferienbeginn unentschuldigt nicht mehr zur Schule kommen oder erst Tage später nach Schulbeginn wieder am Unterricht teilnehmen. Tendenz steigend.

Insgesamt 4.323 Schüler gehen derzeit in die Welser Pflichtschulen. (Volksschule: 2.475, Neue Mittelschule: 1.550, ISZ: 154 und Polytechnische Schule: 144) Von den 365 Tagen im Jahr findet an 180 Tagen Unterricht statt. (Nicht miteingerechnet sind Sport- bzw. Projektwochen oder Lehrerkonferenzen.) 185 Tage im Jahr sind unterrichtsfrei. Pro Schuljahr darf jedes Kind einmalig fünf Tage während des Schuljahres, mit Erlaubnis der zuständigen Schulleitung, dem Unterricht fern bleiben. Voraussetzung dafür ist, dass diese fünf Tage nicht dafür genutzt werden, um die Ferien zu verlängern.
Ab dem Schuljahr 2020/ 2021 werden die verpflichtenden Herbstferien erstmals umgesetzt, sie sollen künftig zwischen dem 26. Oktober und 2. November liegen. Die Befürchtung, dass auch diese Ferien von vielen unrechtmäßig verlängert werden, ist groß.

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl:  „Das Recht auf Bildung ist eines der größten und wichtigsten Errungenschaften unserer Zeit. Bildung ist zudem eines unserer wesentlichsten Zukunftsthemen. Wer die Schulpflicht mit Füssen tritt, muss bestraft werden. Zukünftig haben die Eltern auf eigene Kosten dafür Sorge zu tragen, dass die Fehlstunden nachgeholt werden. “

Stadträtin Margarete Josseck-Herdt: „Die Zahl der Schulverweigerer nimmt immer mehr zu. Dieser Trend muss dringend gestoppt werden. Schulschwänzen ist kein Kavaliersdelikt.“

Textquelle: Stadt Wels
 



FP-Wels, am 13.11.2019





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