Welser Kultursaison im Zeichen der Erneuerung

Rückblick Saison 2018/2019

Zunächst gilt es jedoch, auf die vorerst letzte Saison mit dem Stadttheater zurückzublicken. Dort sowie im Kornspeicher, in der Landesmusikschule und in den Minoriten fanden zwischen September 2018 und April 2019 insgesamt 53 Vorstellungen statt. (Anmerkung: Das Internationale Figurentheaterfestival ist hier nicht mitgerechnet.) In Zahlen bedeutet das:

Die meisten Gäste gab es 2018/2019 bei folgenden Veranstaltungen: Im Theaterabonnement lag die Aufführung von „Elisabeth“ am Dienstag, 16. Oktober mit 576 Besuchern vorne, gefolgt von „Die Physiker“ am Mittwoch, 10. April mit 528 Besuchern. Bei den Abonnementkonzerten war im Stadttheater das L’Orfeo Barock Orchester mit 358 Gästen und in der Landesmusikschule der Abend mit dem Hard Chor Linz mit 192 Gästen am besten besucht.

(Ersatz-)Spielorte

Bevor das Stadttheater ab Herbst 2020 wieder zur Verfügung steht, gilt es 2019/2020 einige „unübliche“ Orte zu bespielen. Die Hauptspielstätte in der aktuellen Theatersaison wird die Stadthalle (Pollheimerstraße 1) sein. Diese verfügt über bis zu 780 Sitzplätze. Vor allem die musikalischen Veranstaltungen werden dort stattfinden. Um auch Opern und Operetten szenisch aufführen zu können, erhält die Stadthalle einige technische Adaptionen für die Saison.

Aus terminlichen Gründen finden zwei Produktionen gemeinsam mit der KUF Kultur und Freizeit GmbH in Vöcklabruck statt. Im dortigen Stadtsaal (Stadtplatz 22a) mit einem Platzangebot von 690 Sitzplätzen werden sich die Besucher ebenfalls wohlfühlen. Die Stadt Wels organisiert für diese beiden Produktionen („Der Vetter aus Dingsda“ am Samstag, 12. Oktober sowie „Ein Amerikaner in Paris“ am Dienstag, 11. Februar) Busse für die An- und Abreise.

Bei den letzten drei Produktionen in der Theatersaison handelt es sich allesamt um Schauspiele. Dafür öffnet die Pfarre Vogelweide die Pforten des bis zu 192 Besucher fassenden Pfarrsaales (Johann-Strauß-Straße 20). Dank der mehr als 30 Bestandsjahre des Theaters Vogelweide verfügt der Saal über eine gut ausgestattete Theaterbühne.

Die Abonnementkonzerte finden 2019/2020 wie üblich in der Landesmusikschule im Kulturzentrum Herminenhof (Maria-Theresia-Straße 33) beziehungsweise diesmal in der Stadthalle (Pollheimerstraße 1) und in den – wie berichtet, akustisch verbesserten – Minoriten (Minoritenplatz 4) statt. Der Kornspeicher (Freiung 15) geht in seine letzte städtische Theater- und Kabarettsaison.

Allgemeine Hinweise

Die Preise bleiben erfreulicherweise für die Besucher gleich. Bestehende Abonnements verlängern sich automatisch um ein weiteres Jahr, sofern nicht bis Freitag, 26. Juli Änderungswünsche bekannt gegeben werden. Darüber hinaus haben alle Abonnenten sowohl im Theater- als auch im Konzertbereich Vorrang bei der Platzvergabe für das Silvesterkonzert. Und auch das Gratis-Abo für vier Neuanwerbungen ist selbstverständlich wieder im Programm.

Am Montag, 12. August beginnt für die gesamte Saison 2019/2020 der Vorverkauf. Ab diesem Tag sind Karten für alle Vorstellungen des städtischen Theater-, Konzert- und Kabarettspielplanes erhältlich. Vorverkaufsstellen sind das Kartenbüro der Wels Info (Stadtplatz 44) und alle Verkaufsstellen der Ticketplattform www.oeticket.com.

Restkarten, Programmfolder sowie nähere Informationen erhalten Interessierte in der Dienststelle Veranstaltungsservice und Volkshochschule (Minoritengasse 5) per E-Mail unter vas@wels.gv.at sowie unter Tel. +43 7242 235 7040. Zusätzliche Infos zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es auch unter www.wels.at/Veranstaltungen im Internet.

Theater

Aufgrund des Umbaus im Stadttheater und damit verbundenen terminlichen Einschränkungen gibt es 2019/2020 mit 16 Vorstellungen um zwei weniger als in der Saison zuvor. Der spürbaren Publikumsnachfrage nach musikalischen Werken im Theaterspielplan trägt dieser deutlich Rechnung. Er umfasst zwei große Abonnements zu je sieben und ein kleines Abonnement mit vier Vorstellungen. Beginn ist – sofern nicht anders angegeben – jeweils um 19:30 Uhr.

Abonnement Nummer eins hält gleich zu Beginn eine wundervolle Produktion parat. „Udo Jürgens – Sein Leben, seine Liebe, seine Musik“ zollt am Donnerstag, 10. Oktober in der Stadthalle dem großen österreichischen Entertainer Tribut. Mit „Der Vetter aus Dingsda“, einer schwungvollen Operette von Eduard Künneke, geht es am Samstag, 12. Oktober nach Vöcklabruck in den Stadtsaal. „Hänsel und Gretel“ – die wohl berühmteste Märchenoper – wird für Klein und Groß am Sonntag, 17. November um 17:00 Uhr in der Stadthalle zu erleben sein. Dort ist am Sonntag, 12. Jänner ebenfalls um 17:00 Uhr mit der „Zauberflöte“ die Oper schlechthin in der Aufführung des freien Landestheater Bayerns zu sehen, einen bayrischen Papageno inklusive. Vor allem durch die Verfilmung von Francois Ozon wurde die pechschwarze Komödie „Acht Frauen“ von Robert Thomas berühmt. Mit ihr hält das Schauspiel am Samstag, 22. Februar Einzug in das Theater Vogelweide.

Abonnement Nummer zwei stellt mit „The Monkey King“ am Montag, 21. Oktober in der Stadthalle nochmals eine traditionell chinesische Oper vor. Mit dieser für westliche Ohren und Augen ungewöhnlichen Opernform ist das Publikum bereits seit der Aufführung von „Die Macht der Lotuslaterne“ 2018 vertraut: Die Berlin Comedian Harmonists gastieren am Montag, 13. Jänner mit „Veronika, der Lenz ist da“ in der Stadthalle: Damit ist es gelungen, eines der gefragtesten Gesangsensembles nach Wels zu holen. Der zweite Ausflug nach Vöcklabruck in den Stadtsaal steht am Dienstag, 11. Februar auf dem Programm. Das Musical „Ein Amerikaner in Paris“ entwickelt sich entlang berühmter Melodien von George und Ira Gershwin. Beschlossen wird die Saison in diesem Abo am Donnerstag, 2. April mit „Rain Man“. Diese Aufführung der Neue Bühne Wien nach dem gleichnamigen Film findet im Theater Vogelweide statt.

Das Wahlabonnement umfasst entsprechend seinem Namen je nach Wahl acht Vorstellungen für eine Person oder vier Vorstellungen für zwei Personen. Darüber hinaus besteht natürlich die Möglichkeit, einzelne Veranstaltungen zu besuchen.

Das Jugend-Wahlabonnement richtet sich schließlich speziell an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum vollendeten 26. Lebensjahr und besteht aus vier Vorstellungen.

Auch in der Saison 2019/2020 kommen alle Abonnenten wieder in den Genuss einer kostenlosen Zusatzvorstellung. Dabei handelt es sich um die neueste Komödie von Stefan Vögel: Diese heißt „Freundschaftspiel“ und wird am Mittwoch, 20. November in der Stadthalle aufgeführt.

Ebendort ist am Dienstag, 28. Februar mit „Der Talisman“ eine der berühmtesten Possen von Johann Nepomuk Nestroy zu sehen. Diese Aufführung des Schauspielhauses Salzburg findet außerhalb der Abonnements statt.

Konzerte

„Klangräume“ sollen laut dem Saisonmotto der Welser Abonnementkonzerte 2019/2020 geöffnet, erkundet oder auch neu entdeckt werden. Vor den Kammermusikabenden erlebt jeweils um 19:00 Uhr die Reihe „Preludio al Concerto“ ihre Fortsetzung: Diese kleinen „Vorkonzerte“ von Schülern und Studenten, die in einer Verbindung mit der Landesmusikschule Wels stehen, waren in ihrer ersten Saison 2018/2019 sehr erfolgreich. Vor den Orchesterabenden gibt es jeweils um 19:00 Uhr eine Einführung vor Ort. Die Konzerte selbst beginnen wie gewohnt jeweils um 19:30 Uhr.

Das Abonnement der zeitgenössischen Kammermusik besteht aus drei Abenden in der Landesmusikschule. Ein Konzert aus dieser Reihe eröffnet die Saison am Dienstag, 24. September: Das Klenke Quartett und Daniel Heide bringen Werke von Germaine Tailleferre, Anton Webern, Erwin Schulhoff und Sofia Gubaidulina zur Aufführung. Einen zeitgenössischen Liederabend mit Werken von Eduard Kutrowatz, Helmut Schmidinger, Xenia Evangelista, Friedrich Cerha und Albin Fries gestalten Kammersängerin Ildikó Raimondi und Eduard Kutrowatz am Klavier am Dienstag, 12. Mai.

Das Abonnement der klassischen Kammermusik umfasst vier Abende ebenfalls in der Landesmusikschule. In der kommenden Saison treten zwei Ensembles erstmals im Rahmen der Welser Abonnementkonzerte in Erscheinung: Das Ensemble Castor legt seinen Schwerpunkt auf die Barockmusik. Mit Werken von Georg Friedrich Händel, Arcangelo Corelli, Giovanni Battista Somis, Giuseppe Valentini, Giovanni Battista Mossi und Antonio Caldara gastiert es am Dienstag, 21. April in Wels. Das Fritz Kreisler Trio – bestehend aus Josef Herzer, Lisa Kilian und Stefan Gurtner – spielt am Dienstag, 9. Juni Werke von Ludwig van Beethoven, Dmitri Schostakowitsch und Sergej Rachmaninow.

Das Orchester-Abonnement besteht auch 2019/2020 wieder aus vier Konzerten, diesmal allerdings in der Stadthalle. Neben Publikumslieblingen, wie dem L’Orfeo Barock Orchester am Montag, 10. Februar und dem Bruckner Orchester Linz am Donnerstag, 26. März gastiert erstmals das Radio Symphonie Orchester Wien (RSO) unter der Leitung der neuen Chefdirigentin Marin Alsop in Wels. Am Mittwoch, 27. Mai gibt es diesen großartigen Klangkörper mit Werken von Leonard Bernstein, Heinz Karl Gruber und Felix Mendelssohn Bartholdy zu erleben.

Das Wahlabonnement gibt es auch wieder im Konzertbereich: Hier besteht es aus je zwei Orchesterkonzerten, zwei Abenden mit klassischer und zwei mit zeitgenössischer Kammermusik.

Das Jugend-Wahlabonnement ist wie beim Theater für junge Menschen bis zum vollendeten 26. Lebensjahr gedacht und bietet sechs Konzerte zum Auswählen.

Auch im Konzertbereich gibt es wieder eine kostenlose Zusatzvorstellung für alle Abonnenten. Dieses Gratis-Bonus-Konzert findet am Montag, 9. März in den Minoriten statt. Das Bläserquintett der Münchner Philharmoniker gibt ein hochspannendes Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Jacques Ibert, Luciano Berio, Carl Nielsen und György Ligeti.

Kornspeicher

Wie im „alten“ Stadttheater geht auch im Kornspeicher eine jahrzehntelange Ära zu Ende. Mit Ende der kommenden Saison wird die Bespielung einer GmbH übergeben werden. Die Kabarett- und Theaterabonnements der Stadt Wels sind dann dort in dieser Form Geschichte. Zuvor wird 2019/2020 aber noch einmal alles aufgeboten, was den Kornspeicher über die Jahre hinweg zu einer der interessantesten Welser Spielstätten gemacht hat.

Das Theater-Abonnement besteht aus sieben Vorstellungen. Musikalische Leckerbissen bieten unter anderem Christine Osterberger mit ihrer Homage an Kurt Weill am Dienstag, 15. Oktober, Der Machatschek mit seinem Programm „Dunkelschwarze Lieder“ am Dienstag, 22. Oktober oder das Trio Die Gastgeber: Volkhard Iglseder, Gerd Rahstorfer und Horst Sonntagbauer gastieren mit der Schauspielerin Julia Ribbeck und dem Programm „Traudi“ am Donnerstag, 5. März im Kornspeicher. Die „Legende“ Erich Schleyer widmet sich gemeinsam mit dem Duo SainMus dem Werk von Loriot am Mittwoch, 6. November. Und nach dem fulminanten Debüt mit „#werther“ 2018 ist der Kulturverein Sauerteig mit dem Shakespeare-Klassiker „Richard III.“ am Dienstag, 12. November zu Gast.

Das Kabarett-Abonnement umfasst zehn Vorstellungen. Im Kabarettbereich kommt es zur bewährten Mischung aus Publikumslieblingen und „neuen“ Gesichtern. Gleich den Beginn machen zwei relative Newcomer, die aber bereits preisgekrönt sind. Elli Bauer und Da Berrer gestalten am Donnerstag, 3. Oktober einen gemeinsamen Abend unter dem Motto „Stoffsackerlspruch“ und „Ausgepopt – Ein schräger Heimatabend“. Auch Berni Wagner gibt sein spätes Kornspeicher-Debüt: Sein Erfolgsprogramm „Babylon“ gibt es am Mittwoch, 27. November zu erleben. Publikumslieblinge geben sich fast die Klinke in die Hand: Erwähnt seien hier Florian Scheuba mit „Folgen Sie mir auffällig“ am Donnerstag, 17. Oktober, Pepi Hopf mit „Gemmas An“ am Donnerstag, 7. November und Angelika Niedetzky mit „Pathos“ am Mittwoch, 22. Jänner.

Zusätzlich gibt es für den Kornspeicher auch den bereits bekannten Zehnerblock. Die Abschnitte können für zehn Vorstellungen – egal ob Theater oder Kabarett – konsumiert werden. Einzelbesuche sind natürlich auch möglich.

Schulen

Die Jugendabonnements für Schüler und Jugendliche sind Fixpunkte im Theater- und Konzertprogramm. Um auch Schülern im Klassenverband die Möglichkeit eines Besuches zu bieten, gibt es in jeder Saison auch Schulaufführungen am Vormittag. 2019/2020 wird es zu William Shakespeares „Richard III.“ (Dienstag, 12. November, Kornspeicher), Johann Nepomuk Nestroys „Der Talisman“ (Dienstag, 28. Jänner, Stadthalle) und zu Felix Mitterers „Besuchszeit“ (Donnerstag, 23. April, Theater Vogelweide) eigene Vorstellungen am Vormittag geben. Diese Stücke sind jeweils auch als Abendaufführung zu sehen. Der Schulroman schlechthin – „Der Schüler Gerber“ von Friedrich Torberg – wird in der Dramatisierung von Felix Mitterer und in einer Inszenierung des Schauspielhauses Salzburg am Dienstag, 5. November nur als Schulaufführung am Vormittag gezeigt.

Zitate

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „In der Saison 2019/2020 ist in Wels Improvisation gefragt. Nicht so sehr in musikalischer oder theatralischer, ganz sicher jedoch in organisatorischer Hinsicht aufgrund der Sanierung des Stadttheaters. Es ist uns jedoch gelungen, geeignete Ersatz-Spielorte zu finden und wiederum ein hochwertiges Programm zu organisieren. Danke dafür!“

Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer, MBA: „Die nächste Kultursaison steht ganz im Zeichen der Erneuerung. Die verbesserte Akustik in den Minoriten bringt bereits mehr Hörgenuss. Freuen wir uns auf die Wiedereröffnung des Stadttheaters im Herbst 2020! Der Umbau bei laufendem Betrieb ist zwar eine organisatorische Herausforderung, das Veranstaltungsservice der Stadt Wels wird jedoch alles für einen reibungslosen Spielbetrieb tun.“









Text- und Bildhinweise: Künstlerfotos siehe Dateiname, Gruppenbild Pressegespräch: Stadt Wels



FP-Wels, am 03.06.2019





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