Präsentation Studie Eisenhowerstraße und weitere Verkehrsmaßnahmen

Anfangs war der Straßenzug in beiden Fahrtrichtungen befahrbar. Im Laufe der Zeit hat sich das Verkehrsaufkommen immer mehr erhöht, sodass sich die Stadt für ein Einbahnkonzept entschlossen hat. Die Diskussion, die Einbahnregelung wieder rückgängig zu machen, erfolgte erstmals im Jahr 2006. Nach eingehender Prüfung kam es damals allerdings zu keiner Öffnung. Es gab keine Lösungen für das Linksabbiegen der Busse in die Bahnhofstraße und das Rückstauproblem zur Römerwallkreuzung.

Aktuelle Machbarkeitsstudie

Gemeinsam von der Stadt Wels und dem Land Oberösterreich beauftragt, liegt nun eine erneute Machbarkeitsstudie in der Causa „Öffnung Eisenhowerstraße“ vor. Die Studie erfolgte auf Ansuchen der Stadt Wels und wurde von der ILF Consulting Engineers Austria GmbH aus Linz durchgeführt.

Die Studie umfasst folgende Hauptteile:
• Technische Prüfung
• Berechnung der Leistungsfähigkeit der Verkehrslichtsignalanlagen (im Folgenden VLS-Anlagen) nach den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (im Folgenden RVS) auf Grundlage eines zu erstellenden Verkehrsmodells
• Ableitung von Leistungsfähigkeit; Möglichkeit von Adaptierungen beziehungsweise Verbesserungen
• Zusammenfassung und Stellungnahme

Geprüfte Ziele:
1. Öffnung der als Einbahn geführten Eisenhowerstraße für den motorisierten Individualverkehr (im Folgenden MIV) einspurig von West nach Osten
2. Zusätzlicher Einrichtungsradweg von Westen nach Osten auf der Südseite

Überprüfung der Machbarkeit anhand der folgenden zwei Hauptkriterien:
• Raumbedarf für die unterschiedlichen Verkehrsarten (MIV, Nichtmotorisierter Individualverkehr – im Folgenden NMIV, Öffentlicher Personennahverkehr – in Folgenden ÖPNV) sowohl im Knoten als auch im Querschnitt
• Leistungsfähigkeit des MIV (Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs) im Analysejahr 2018 und im Prognosejahr 2035 (Referenzwert Verkehrsmodell Oberösterreich)

In die Studie beziehungsweise in das Verkehrsmodell miteinbezogen wurden auch die übergeordneten Verkehrsträger A8 Innkreis Autobahn und A25 Welser Autobahn.

Ergebnis

1. Die jetzige Situation entspricht nicht den derzeitigen Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (die RVS ist die fachliche Vorgabe für das Land Oberösterreich):
a) Die Kreuzungsbereiche sind nicht regelkonform und entsprechen nicht dem Stand der Technik (RVS).
b) Das Raumangebot für den Radverkehr (kombinierter Geh- und Radweg) ist im Querschnitt zu gering.
c) Die Leistungsfähigkeit für den MIV (und in weiterer Folge auch für den ÖPNV) ist teilweise nicht gegeben.

2. Im Falle einer Neuanlage des Geh- und Radweges gilt auch hier die RVS. Aufgrund von benachbarten Längsparkplätzen ist allerdings keine RVS-gerechte Umsetzung möglich, da derzeit nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht. Für einen Geh- und Radweg sind 2,50 Meter Breite vorgesehen. Zusätzlich braucht es noch 0,75 Meter Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos für den Türöffnungsbereich, der sogenannten „Dooring-Zone“.

3. Die Berechnungen der Leistungsfähigkeit der einzelnen VLS-Anlagen zeigen für den Prüfzeitraum auch bei verbesserten Kreuzungsgeometrien Überlastungen zu den sogenannten Starklastzeiten (Morgen- und Abendspitze) von bis zu 116 Prozent (Prognosejahr 2035). Das bedeutet, dass die Kreuzungen sich nicht mehr leeren, d. h. es kommt zu vermehrten Rückstau. (Leitwert: bis 85 Prozent Belastung gilt als akzeptabel für Techniker des Landes Oberösterreich).

4. Nur ein Teil des Verkehrs kann über „Umverteilung“ der Wartezeiten bei den Ampeln – über die verschiedenen Äste der Kreuzung – „optimiert“ werden. Generell hat eine Wartezeit nicht länger als 120 Sekunden (laut RVS) zu betragen, allerdings sind beim Land Oberösterreich maximal 90 Sekunden Wartezeit Standard. Geprüft wurde auch für den Maximalwert von 120 Sekunden.

5. Die Eisenhowerstraße ist eine Landesstraße B (= ehemalige Bundesstraße bis zur Übertragung an das Land Oberösterreich im Jahr 2002), weshalb die Zustimmung des Landes erforderlich ist.

Möglichkeiten: Adaptierungen/Alternativen/Ideen

1. Verbesserung der Leistungsfähigkeit (MIV) durch einen größeren Querschnitt der Kernfahrbahn im Kreuzungsbereich, damit mehr Fahrzeuge pro Minute abgeleitet werden können. Eine damit verbundene neue Aufteilung des Raumes bei beengten Raumverhältnissen ist aber nur möglich bei Entfall des Radkonzeptes und/oder Auflassen von Längsstellplätzen beziehungsweise der Baumallee und/oder Abtragung von z. B. Häusern realisierbar.

2. Verlängerung von Fahrstreifen beziehungsweise Aufstellflächen (jene Fläche, die Autos während der Rotphase nutzen): Aufgrund der örtlichen Bedingungen ist eine Verlängerung der Aufstellflächen nur bedingt möglich, da entlang der Eisenhowerstraße mehrere Straßen kreuzen.

3. Auflassen von Querungsmöglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger.

4. Auflassen von Linksabbiegern: Das würde allerdings dazu führen, dass sich der Verkehr auf andere Kreuzungen verlagert und damit zu Verschlechterungen dort führt.

5. Ein Fahrstreifen für den Radverkehr: Um den NMIV zu fördern, wäre auch denkbar, einen Fahrstreifen ausschließlich dem Radverkehr zur Verfügung zu stellen.

6. Reduktion beziehungsweise Auflassen Längsstellplätze (zumindest einseitig): Dadurch ergibt sich eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Fußgänger und Radfahrer.

7. Andere Verkehrsmaßnahmen zur Entlastung der Eisenhowerstraße.

Aktuelles Verkehrsaufkommen und Prognose

Im Jahr 2018 wurden täglich 12.900 Fahrten zwischen Römerwall und Rainerstraße gezählt. Im Vergleich: Auf der B1 bei der Shopping City Wels sind es täglich 21.200, in der Vogelweiderstraße zwischen Römerstraße und Posthofplatz 8.200 Fahrten. Wird die Eisenhowerstraße geöffnet, erhöht sich die Anzahl der Fahrten zwischen Römerwall und Rainerstraße auf täglich 20.400 (beide Richtungen zusammengezählt). Im Jahr 2035 wären es laut Prognose ohne Öffnung 15.200, mit Öffnung 24.100 tägliche Durchfahrten.

Weitere Vorgehensweise

1. Abklärung der Adaptierungen der Eisenhowerstraße mit dem Land Oberösterreich, da – wie bereits erwähnt – dessen Zustimmung erforderlich ist.

2. Öffnung der Roseggerstraße.

3. Gesamtverkehrskonzept inklusive der Prüfung einer Öffnung der Herrengasse.

Zitate

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Die Bevölkerung hat bei einer Befragung die Öffnung der Eisenhowerstraße klar befürwortet. Der Wille der Welser Bürger ist ernst zu nehmen. Wir werden daher an der Öffnung der Eisenhowerstraße arbeiten, davor sind allerdings noch zahlreiche Maßnahmen umzusetzen. Ziel ist es, eine leistungsfähige West-Ost-Verbindung zu schaffen. Jedenfalls notwendig für die Öffnung ist noch die ausständige Zustimmung des Landes.“

Stadtrat Peter Lehner: „Ich befürworte die Öffnung der Eisenhowerstraße. Allerdings muss noch das Land seine Zustimmung geben. Fest steht für mich, dass in keinem Fall die Bäume entlang der Eisenhowerstraße geopfert werden dürfen. Wenn die Eisenhowerstraße in beide Fahrtrichtungen geöffnet wird, braucht es allerdings ein Gesamtkonzept für den Verkehr.“

Stadtrat Klaus Hoflehner: „Technisch ist die Öffnung der Eisenhowerstraße machbar, in der Umsetzung allerdings sehr schwierig und nur mit etlichen Begleitschritten möglich.“

Bild- und Texthinweis: Stadt Wels (bei Nennung Abdruck honorarfrei).



FP-Wels, am 03.06.2019





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