Karl Habsburg-Lothringen eröffnete Maximilian-Ausstellung und Sisi-Pavillon

Der Großmeister des St. Georgs-Ordens Karl Habsburg-Lothringen besuchte am Mittwoch, 20. März die Stadt Wels. Dabei eröffnete der älteste Sohn von Otto Habsburg und Enkel des letzten Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn Karl I. die Sonderausstellung „Maximilian I.: Kaiser – Reformer – Mensch“ im Stadtmuseum Burg sowie den umgestalteten Sisi-Pavillon im Schlosspark Lichtenegg.

Mit der Eröffnung der Sonderausstellung „Maximilian I.: Kaiser – Reformer – Mensch“ startet der Höhepunkt des Welser Maximilian-Gedenkjahres anlässlich des 500. Todestages von Kaiser Maximilian I. Die Ausstellung beleuchtet das machtpolitische Streben des Kaisers, seine Reformen und Neuerungen sowie die Verklärung seiner Person nach dem Tod. Besonderes Augenmerk liegt auf der Beziehung Maximilians zu Wels, wo er am 12. Jänner 1519 verstarb. Zu sehen ist die Sonderausstellung „Maximilian I.: Kaiser – Reformer – Mensch“ von Donnerstag, 21. März bis inklusive Sonntag, 27. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10:00 bis 17:00 Uhr, Samstag 14:00 bis 17:00 Uhr und Sonn- und Feiertag 10:00 bis 16:00 Uhr. Nähere Informationen dazu finden Interessierte unter www.wels.at/maximilian2019 im Internet.

Sisi-Pavillon erstrahlt in neuem Glanz

Vor der Eröffnung der Maximilian-Sonderausstellung fand mit der Eröffnung des erneuerten Sisi-Pavillons ein weiterer erfreulicher Programmpunkt im Beisein von Karl Habsburg-Lothringen statt.

Schloss Lichtenegg wurde von Ludwig von Polheim im 16. Jahrhundert als Wasserschloss errichtet. Nach wechselnden Besitzverhältnissen gelangte es in das Eigentum von Johann Sigmund Kazianer. In dieser Zeit wurde der Garten barock gestaltet. Von 1890 bis 1897 pachtete Erzherzogin Marie Valerie, Tochter von Kaiser Franz-Joseph I. und Elisabeth in Bayern („Sisi“), gemeinsam mit ihrem Mann Erzherzog Franz Salvator das Schloss samt Garten vom bürgerlichen Besitzer Ludwig Hinterschweiger. Franz Salvator war in dieser Zeit als Rittmeister in der Welser Dragonerkaserne stationiert. Kaiserin Elisabeth besuchte ihre Lieblingstochter Marie Valerie mehrmals im Schloss Lichtenegg, weshalb dem Schloss-Pavillon später der Name „Sisi-Pavillon“ gegeben wurde.

Die gesamte Anlage steht seit 1940 unter Denkmalschutz. Die umfangreiche Restaurierung, die besonders durch den Einbruch des Daches erforderlich wurde, wurde von der Stadt Wels, dem Bundesdenkmalamt, der HTL für Bau und Design in Linz und der Gesellschaft der Denkmalfreunde finanziert und durchgeführt. Neben der Fassade und dem Eingangstor wurden unter anderem auch die Stuck-Verzierungen von Restauratoren ausgebessert und ergänzt.

Maximilian und der St. Georgs-Orden

Bestandteil der Maximilian-Sonderausstellung sind unter anderem auch zwei Leihgaben des St. Georgs-Ordens – nämlich eine Kette und ein Halskreuz Maximilians. Seine besondere Verbindung zum St. Georgs-Orden bringt das Faksimile eines Stichs „Maximilian als hl. Georg“ des Künstlers Daniel Hopfer um 1518 zum Ausdruck. Dieses zeigt Maximilians unverwechselbares Profilbildnis im Gewand als Heiliger Georg. Engel präsentieren Wappen und Fahne mit einem Georgskreuz. Für die militärische Abwendung der „türkischen Gefahr“ hatte Kaiser Friedrich III. 1467/1469 in Millstatt den St. Georgs-Ritterorden gegründet, dem auch sein Sohn Maximilian I. ab 1511 angehörte. Er selbst initiierte bereits 1493 eine St. Georgs-Bruderschaft sowie 1503 eine St. Georgs-Gesellschaft.

Die Ursprünge des heutigen St. Georgs-Ordens, eines europäischen Ordens des Hauses Habsburg-Lothringen, gehen bis auf das Jahr 1308 zurück. Kaiser Heinrich VII. stiftete den „Orden des Alten Adels“ (später „Orden der vier römischen Kaiser“), der als Vorgänger des heutigen Ordens angesehen werden kann. Angeregt durch den Ruhm und die Macht der Ritterorden im Heiligen Land schufen die weltlichen Herrscher in Europa nach dem Vorbild der Ritterorden der Kreuzzüge eigene ritterliche Gemeinschaften. Der Orden verstand sich als Beratungsgremium und Regierungsinstrument der Kaiser. Die Aufnahme war ein besonderes Privileg sowie eine große Auszeichnung.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand im Zuge der politischen Umwälzungen eine völlig neue Situation in allen Ordenszweigen. Kaiser Karl I. übergab im November 1918 die Regierungsgeschäfte, ohne allerdings formell abzudanken. Nach der Auflösung des Ordens durch die Nationalsozialisten im Jahr 1935 wurde die Aufhebung des „Alten St. Georg-Ritterordens“ schließlich am Reorganisations-Konvent im Jänner 2008 rückgängig gemacht.

Durch die Übernahme der Funktion des Großmeisters durch Karl Habsburg-Lothringen setzt der Orden seine jahrhundertelange Tätigkeit nun unter dem Namen „St. Georgs-Orden – Ein europäischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen“ fort. Der Orden ist laut Selbstdefinition überparteilich, christlich, wirtschaftsliberal, wertkonservativ, karitativ und der Landesverteidigung verbunden.

 

Zitate

Karl Habsburg-Lothringen: „Kaiser Maximilian I. war ein großer Förderer unseres Ordens. Seine Verbundenheit mit dem St. Georgs-Orden hängt einerseits mit der besonderen Verehrung des Heiligen Georg zusammen, dessen Namen Maximilian I. eigentlich tragen sollte, andererseits damit, dass Maximilian die ritterlichen Ideale zeitlebens pflegte und hochhielt – und für diese stand und steht der Hl. Georg bis heute. So freut es mich ganz besonders, dass dieser vielseitigen und vielschichtigen Persönlichkeit eine ebensolche Ausstellung gewidmet wird. Mein herzlicher Dank gilt allen, die das möglich gemacht haben!“

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Kaiser Maximilian war für die Stadt Wels eine ganz besondere Persönlichkeit. Nicht nur, weil ihm Wels damals direkt unterstand, sondern auch weil ihm unsere Stadt wirklich am Herzen lag. Er verlieh Wels Rechts- und Statusprivilegien - wie die Selbstverwaltung der Ämter. Es ist uns eine Ehre, dass dieser große Kaiser Wels zu seinen Lieblingsplätzen Österreichs zählte.“

Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer, MBA: „Die Exponate von privaten Leihgebern und Traditionsvereinen wie dem St. Georgs-Orden tragen wesentlich zur Qualität dieser Maximilian-Ausstellung bei. Als Kulturstadtrat bedanke ich mich herzlich bei allen Leihgebern und bin froh, dass auch der Sisi-Pavillon wieder in neuem Glanz erstrahlt."

Europa-Gemeinderat Stefan Haböck: „Es ist wichtig, dass man sich mit der Geschichte der eigenen Stadt und Region auseinandersetzt. Man kann Lehren für die Zukunft daraus ziehen und das Bewusstsein für Geschichte ist wesentlicher Bestandteil der jeweiligen regionalen Tradition und Kultur. Das vereinte Europa ist auch die Summe vieler verschiedener Traditionen, verbunden durch gemeinsame Geschichte.“

Text- und Bildquelle: Stadt Wels





FP-Wels, am 21.03.2019





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