Welser Kulturerbe-Erkundungstour in St. Pölten

Auf Initiative von Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer, MBA, besichtigte eine Delegation der Stadt Wels die derzeit größte innerstädtische Ausgrabungsstätte Österreichs in St. Pölten. Thema der Exkursion war der Umgang mit Hoffnungsgebieten für archäologische Funde.

Weiters nahmen Gemeinderat Dipl.-Ing. Gunter Haydinger (in Vertretung von Bürgermeister Dr. Andreas Rabl), Planungsstadtrat Peter Lehner, Kulturdirektorin Dr. Renate Miglbauer und Mag. Michaela Greisinger von der Dienststelle Kulturservice sowie Albert Neugebauer (Römerverein „Ovilava“, Initiative Denkmalschutz) teil. Gesprächspartner aus der niederösterreichischen Landeshauptstadt waren Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, Stadtarchäologe Dr. Ronald Risy sowie Dr. Thomas Karl (Leiter Kultur und Bildung) und Dipl.-Ing. Jens de Buck (Leiter Stadtentwicklung).

Das Siedlungsgebiet von St. Pölten ist ähnlich strukturiert wie Wels. Seit 2010 legten die Archäologen sehr bedeutende Funde von der Spätbronze- bis zur Römerzeit und dem Mittelalter frei. Alleine am Domplatz – dort war früher ein Friedhof – kamen bis dato mehr als 19.000 menschliche Skelette zum Vorschein, teilweise mit Grabbeigaben. Dazu kommen Reste von römischen Gebäuden, romanisch-gotischen Sakralbauten und mittelalterlichen Entwässerungskanälen.

In St. Pölten wird intensiv überlegt, diesen historischen Schatz auch nach Abschluss der Grabungen für die Nachwelt sichtbar zu machen. Der gesamte Domplatz wurde zum Bodendenkmal erklärt. Bereits im Vorfeld der vielen Bauvorhaben im Stadtzentrum schreibt der Magistrat in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt eine archäologische Begleitung vor. Dazu gibt es mit dem Stadtarchäologen eine eigene – vom Bundesdenkmalamt unterstützte – Ansprechperson.

Auch in Wels soll – so der Wunsch des Kulturreferenten – die Vorlaufzeit für archäologische Untersuchungen länger sein. Als Konsequenz der Erkundungstour in St. Pölten wird es ein Koordinierungsgespräch mit Baudirektion und Stadtentwicklung zum künftigen Umgang mit archäologischen Fundhoffnungsflächen geben. Weiters soll – dies ist der Initiative Denkmalschutz wichtig – der Welser Bevölkerung parteiübergreifend der Wert des kulturellen Erbes vermittelt werden.

„In St. Pölten sind viele Bauherren stolz auf das Ergebnis archäologischer Grabungen. Sie stellen ‚ihre‘ Funde oft mit ergänzenden Infos über die archäologische Hausgeschichte in Vitrinen aus. Beim Neubau des Amtsgebäudes Greif und des Arbeitsmarktservice in der Rainerstraße sollte eine solche Vermittlung des kulturellen Erbes versucht werden: Etwa mit einer Darstellung von Berufswelten von der Römerzeit bis heute“, betonen die Stadträte Johann Reindl-Schwaighofer, MBA, und Peter Lehner sowie Gemeinderat Dipl.-Ing. Gunter Haydinger.

Textquelle: Stadt Wels



Bildtext:

Meinungsaustausch der Welser Delegation mit dem Bürgermeister von St. Pölten im Rathaus der niederösterreichischen Landeshauptstadt. Im Bild (v.l.): Stadtarchäologe Dr. Ronald Risy, Albert Neugebauer (Römerverein "Ovilava"), der Welser Planungsreferent Stadtrat Peter Lehner, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler (St. Pölten), der Welser Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer, MBA, Gemeinderat Dipl.-Ing. Gunter Haydinger, Mag. Michaela Greisinger (Dienstselle Kulturservice), die Welser Kulturdirektorin Dr. Renate Miglbauer, St. Pöltens Kulturamtsleiter Dr. Thomas Karl und Dipl.-Ing. Jens de Buck (Leiter Stadtentwicklung St. Pölten)



FPÖ-Wels, am 31.10.2018





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