Wels forciert Maßnahmen zum Ausbau des Radverkehrs

Zahlreiche Projekte und Maßnahmen werden derzeit in der Stadt Wels zum Ausbau des Radverkehrs im Stadtgebiet sowie im Umland geplant und umgesetzt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der stetigen Verbesserung des bestehenden Radverkehrsnetzes, insbesondere auch um Lücken bei den Hauptradrouten von Norden nach Süden sowie von Osten nach Westen des Stadtgebietes zu schließen.

Während zahlreiche kleine und kleinere Lücken im Radverkehrsnetz bereits geschlossen werden konnten, arbeiten die in der städtischen Baudirektion beauftragen Mitarbeiter bei anderen Straßenabschnitten derzeit noch intensiv an Lösungen. So gibt es beispielsweise einen fertigen Entwurf für eine Radroute Neustadt vom Hauptbahnhof zur Oberfeldstraße beziehungsweise eine Radroute Pernau von der Innenstadt bis zur Mühlstraße. Weitere Routen sind in Diskussion - beispielsweise eine Route entlang der Westbahnstrecke.

Eine wichtige Grundlage für den Radverkehr ist neben den Wegen und Straßen die Darstellung des Radverkehrsnetzen, das insgesamt mehr als 60 Kilometer Radverkehrsanlagen aufweist. Mit der Welser Radlerkarte, die kostenlos bei der Stadt Wels erhältlich ist, wird das bestehende Angebot für den Radverkehr in Wels sichtbar.

Dass die Stadt Wels einen Schwerpunkt auf den Ausbau und die Verbesserung des Radverkehrs legt, zeigt ein Blick auf die Kostenübersicht der vergangenen Jahre und des heurigen Jahres. So wurden 2016 und 2017 insgesamt knapp 876.000 Euro in diesem Bereich für Baumaßnahmen investiert. Größere Projekte waren dabei beispielsweise die Radwegverbindung zum neu errichteten Sportzentrum Wimpassing, die Radwegsanierung vom Treppelweg zur Traunbrücke, die Neugestaltung im Bereich des BRG Wallerer Straße sowie der Radweg in der Wallerer Straße nördlich der A25. Heuer wurde bereits ein Radweg im Bereich des WDZ 10 (Bauernstraße/Dragonerstraße) hergestellt. Derzeit in Planung sind mehrere Projekte, welche 2019 ausgeführt werden können – beispielsweise Geh- und Radwege in der Primelstraße sowie in der Wallerer Straße (Oberfeldstraße bis zur Autobahn).

Auch zahlreiche Anregungen und Vorschläge, die bei der 2016 mit dem Land Oberösterreich und dem OÖ. Klimabündnis durchgeführten Fahrradberatung angesprochen wurden, sowie viele Vorschläge des Vereins der Welser Radler wurden mittlerweile in die Tat umgesetzt. Beispiele dafür sind ein Radverträglichkeitscheck bei städtischen Neubauten und Sanierungen (u.a. ausreichend Rad-Abstellplätze, Anbindung an das Verkehrsnetz), bevorzugter Winterdienst auf bestimmten Strecken (beispielsweise entlang der Traun), die Errichtung von Rad(self)servicestationen (Kaiser-Josef-Platz und ÖBB-Parkdeck), die Öffnung von Einbahnen für den Radverkehr, Bewusstseinsbildung (u.a. an Schulen, bei Unternehmen, im Amtsblatt, in der Mitarbeiterzeitung der Stadt Wels), die Unterstützung der Aktion „Radelt zur Arbeit“, die Errichtung von Radständern und überdachten Fahrradabstellplätze sowie die Errichtung von Mehrzweckstreifen (z.B. Maria-Theresia-Straße) und die Anbringung von Fahrrad-Haltegriffen bei Ampeln.

Ein Blick auf die in den vergangenen Jahren erhaltenen Preise und Auszeichnungen zeigt, dass die von der Stadt Wels umgesetzten Projekte und Maßnahmen über die Stadtgrenzen hinweg Anerkennung finden. So belegte die Stadt Wels beispielsweise in den Jahren 2015 und 2017 jeweils den ersten Platz beim Gemeindewettbewerb zur Europäischen Mobilitätswoche. Das Klimabündnis als Veranstalter begründete die Auszeichnungen unter anderem mit den vielfältigen Aktivitäten im Rahmen der Mobilitätswoche.

Geht es nach dem Welser Verkehrsstadtrat Klaus Hoflehner, soll es in Zukunft im ordentlichen sowie außerordentlichen Haushalt eine spezielle Ausweisung des Fahrradbudgets geben: „Bei der Bemessung sollen auch Referenzgrößen von anderen Städten herangezogen werden“, erklärt Verkehrsstadtrat Klaus Hoflehner.

Mitten in der Ausarbeitungsphase befindet sich die Erstellung von Radleitlinien für die Stadt Wels. Nach dem Vorbild anderer österreichischer und deutscher Städte wird sich Wels damit einen inhaltlichen beziehungsweise qualitativen Rahmen vorgeben, in welche Richtung sich der Radverkehr in der Stadt entwickeln soll. Nach der Fertigstellung des Entwurfs sollen die ausgearbeiteten Radleitlinien im zuständigen Verkehrsausschuss sowie anschließend im Gemeinderat diskutiert und beschlossen werden.

Großraum Wels als erste Radmodellregion Österreichs auserkoren

Mit einer Radl-Frühstücksaktion (Details dazu siehe weiter unten) erfolgt am Montag, 17. September die Ausrufung des Großraumes Wels (Stadt + Umlandgemeinden) zur ersten Radmodellregion Österreichs. Ziel dieser Modellregion ist es, durch die Umsetzung von verschiedenen Maßnahmen sowie durch Bewusstseinsbildung zu einer deutlichen Steigerung des Radverkehrs in der Region beizutragen. Darüber hinaus soll die Radmodellregion Wels Vorbildwirkung für andere Gemeinden in Oberösterreich haben. Während des Projektzeitraumes von fünf Jahren soll beispielsweise aufgezeigt werden, was notwendig ist, damit Menschen mit dem Rad zur Arbeit, in die Schule und zum Einkaufen fahren.

Kooperation im Rahmen des Stadtregionalen Forums Wels

Im April 2017 wurde das Stadtregionale Forum der Stadtregion Wels gegründet. Diese Kooperation der Stadt Wels mit den Umlandgemeinden Buchkirchen, Gunskirchen, Holzhausen, Krenglbach, Schleißheim, Steinhaus, Thalheim bei Wels und Weißkirchen an der Traun zielt darauf ab, räumliche Entwicklungen für die nächsten Jahrzehnte – unter anderem auch im Mobilitätsbereich – gemeinsam zu planen. Bezüglich des Radverkehrs liegt der Schwerpunkt in der überregionalen beziehungsweise interkommunalen Vernetzung des Angebotes für den Radverkehr, mit dem Hauptaugenmerk auf dem Alltagsverkehr (schnelle, sichere und radverkehrstaugliche Verbindungen). Die seit Kurzem vorliegende Rohfassung des erarbeiteten Strategieplans zur Stadtregion Wels wird beim nächsten Treffen des Stadtregionalen Forums am Dienstag, 11. September vorgestellt und diskutiert. Anschließend werden konkrete Umsetzungsprojekte ausgewählt, für die Fördermittel beantragt werden sollen. Die Stadt Wels hat im Rahmen dessen unter anderem folgende Umsetzungsprojekte eingebracht:

  • Radweg entlang des Landesradweges R19 Panoramaweg: Dieser führt derzeit entlang der stark befahrenen Vogelweiderstraße. Alternativ soll der Weg nördlich (ab dem Gasthof Hofwimmer) entlang der A 25 Innkreisautobahn führen und dadurch zu einer Verbesserung der Radwegverbindung Wels – Krenglbach beitragen.
  • Radwegrampe Lottstraße und Beleuchtung Treppelweg zwischen Osttangente und Lottstraße: In der Lottstraße (Route der Landesradwege R4 Traunradweg und R6 Römerradweg) soll die vorhandene Gefahrenquelle durch eine geradlinige Rampe (statt der derzeitigen gefährlichen S-Kurve) entschärft werden. Weiters soll die Sicherheit für alle Radfahrer und Fußgänger entlang der Traun (östlich der Osttangentenbrücke) durch die Beleuchtung des Treppelweges zwischen der Osttangente und der Lottstraße erhöht werden.
  • Radweg Voralpenstraße: Ein in beide Richtungen führender Radweg südlich der Voralpenstraße wäre vor allem für die (künftige) Erreichbarkeit der Arbeitsstätten entlang der Voralpenstraße mit dem Fahrrad von Vorteil.

Welser Mobilitätstag am Samstag, 22. September

Am Samstag, 22. September findet im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche (Samstag, 15. bis Samstag, 22. September) der Welser Mobilitätstag am Stadtplatz statt. Zwischen 10:00 und 17:00 Uhr erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm für die ganze Familie. Der Mobilitätstag bietet auch heuer eine interessante Leistungsschau zu den Themen Mobilität und Sicherheit, E-Mobilität, Radfahren und Klimaschutz. Das Programm präsentiert sich unter anderem mit kostenloser Fahrradcodierung samt Fahrradcheck, Geschicklichkeitsparcours und Probefahrten etc. Mit Informationsständen vertreten sind neben der Stadt Wels unter anderem das Klimabündnis, die ÖBB, die Schulwegpolizei, der Verkehrsclub Österreich, Wels Strom, die Welser Radler, die Radbotschafter, die Lebenshilfe sowie mehrere Unternehmen aus den Bereichen E-Mobilität und Spezialbikes. Für das Rahmenprogramm sorgen der Verein „Abenteuer Familie“ und „Radl Salon“.

Ebenfalls am Samstag, 22. September findet auf der anderen Seite der Traunbrücke von 10:00 bis 15:00 Uhr der Thalheimer Mobilitätstag statt. Auf dem Programm stehen dort unter anderem ein Fahrradbasar, ein AUVA Radworkshop, ein Bobbycar-Rennen und vieles mehr.

3 Tage autofrei

Tägliche Wege werden oft ganz automatisch mit dem Auto zurückgelegt, ohne dass andere Fortbewegungsmittel in Betracht gezogen werden oder man selbst man selbst viel Bewegung machen muss. Fast jede zweite Autofahrt mit dem privaten PKW ist in Österreich durchschnittlich kürzer als fünf Kilometer. Aus diesem Grund laden die LEADER-Region, die Stadt Wels und die MIVA alle Welser dazu ein, den Selbstversuch zu wagen und ihr Auto ab Montag, 17. September für drei Tage stehen zu lassen. Alle Teilnehmer erhalten für diesen Zeitraum kostenlose Linie Wels-Tickets, die ersten 20 Teilnehmer können darüber hinaus drei Tage lang ein E-Car testen. Bei einer Verlosung gibt es zusätzlich eine Jahreskarte der Linie Wels (Umweltticket) sowie eine sechsmonatige Gratis-Mitgliedschaft für E-Carsharing der Wels Strom GmbH. zu gewinnen. Die Teilnahme an der Aktion „3 Tage autofrei“ ist denkbar einfach: Autoschlüssel am Montag, 17. September im Amtsgebäude II der Stadt Wels (Pfarrgasse 25, Zi. 113) abgeben und neu durchstarten. Infos und Anmeldung bei Peter Ströher unter Tel +43 7242 235 3260.

Radl-Frühstück

Am Montag, 17. September bedankt sich die Stadt Wels bei allen Bürgern, die das Fahrrad für Berufs-, Alltags- und Freizeitwege in Wels und der Umlandregion nutzen. Alle, die an diesem Tag zwischen 06:15 und 08:15 Uhr mit dem Rad zum Welser Hauptbahnhof fahren, erhalten dort (Verteilaktion nord- und südseitig) ein gut gefülltes Radler-Frühstückssackerl samt Info-Material zum Mobilitätstag sowie zur Aktion „3 Tage autofrei“.

Zitate

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Gerade im Stadtgebiet ist das Fahrrad ein ideales Fortbewegungsmittel. Mit vielfältigen Maßnahmen und Projekten möchten wir den Radverkehrsanteil in Wels erhöhen.“

Verkehrsstadtrat Klaus Hoflehner: „Alltagsradeln gerät zunehmend in den Fokus der Welser Bevölkerung. Diese positive Entwicklung müssen wir mit konkreten bautechnischen Maßnahmen und verstärkter Bewusstseinsbildung unterstützen.“

Im Bild:
Bürgermeister Dr. Andreas Rabl (m.) und Verkehrsstadtrat Klaus Hoflehner (r.) mit der städtischen Radverkehrsbeauftragten Dipl.-Ing. Eva Berghofer (l.).



Bild- und Textquelle: Stadt Wels
 



FPÖ-Wels, am 13.09.2018





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