Rabl fordert OGKK zum Handeln auf

In Wels sind nach wie vor zwei Stellen für praktische Ärzte trotz wiederholter Ausschreibungen nicht besetzt. Die Ausschreibungsfrist endete am 15. Mai 2018, es gab dafür keine Bewerber. Das bedeutet, dass die medizinische Versorgung in der Stadt Wels mittelfristig nicht reibungslos sichergestellt werden kann. Aufgrund der in den nächsten Jahren zu erwartenden weiteren Pensionierungen ist mit einer Verschärfung dieses Zustands zu rechnen. Für Bürgermeister Dr. Andreas Rabl liegt die Verantwortung dafür bei der OÖ. Gebietskrankenkasse, die es derzeit nicht schafft, für Ärzte ausreichend attraktive Bedingungen vorzusehen und in der Folge die Kassenstellen zu besetzen. Die praktischen Ärzte kritisieren eine Überbürokratisierung und die Deckelung ihres Einkommens durch die vorhandenen Pauschalierungen, weshalb immer weniger Ärzte bereit sind, sich als praktischer Arzt selbständig zu machen.

Dr. Rabl kritisiert insbesondere, dass die Überschüsse der OÖGKK teilweise nach Wien fließen und die Wiener Gebietskrankenkasse in der Folge auch auf Kosten der Oberösterreicher die Ärztehonorare in Wien um rund zehn Prozent erhöht und auch zur Neueröffnung von Arztpraxen Zu-schüsse von bis zu 40.000 Euro bezahlt.

Bürgermeister Dr. Rabl: „Mit diesem Vorgehen wird die medizinische Versorgung von Wien auch auf Kosten der Oberösterreicher ausgebaut. Das ist in Anbetracht des Ärztemangels in Oberösterreich und Wels inakzeptabel, da die Überschüsse der OÖGKK von den oberösterreichischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern erwirtschaftet werden und auch diesen wieder zufließen sollen.“

Bürgermeister Dr. Rabl fordert von der OÖGKK einen Maßnahmenplan, wie man zukünftig die unbesetzten Kassenstellen für Bewerber attraktiver machen möchte. Aber auch bei der Neuschaffung von Kassenstellen hat die GKK bisher nicht auf den Zuwachs der Bevölkerung ausreichend reagiert. So gibt es in manchen Fächern massive Wartezeiten von mehreren Monaten, wie beispielsweise bei den Augen- und Hautärzten. Hier ist die GKK gefordert, zusätzliche Kassenstellen zu schaffen.

Bürgermeister Dr. Rabl: „Die Gebietskrankenkasse hat es bisher verabsäumt, auf die Entwicklung bei nicht-besetzten Kassenstellen zu reagieren und für ausreichende Kassenverträge in Wels zu sorgen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.“

Die Position der Stadt Wels wurde der Gebietskrankenkasse zwischenzeitig mittels Schreiben mitgeteilt. Im Rahmen eines gemeinsamen Treffens soll die weitere Vorgehensweise festgelegt werden.
 
Textquelle: Stadt Wels
 



FP-Wels, am 24.05.2018





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