Rabl: Beendigung des Schulversuchs für Kinder mit Beeinträchtigung inakzeptabel

Mit E-Mail des Landesschulrates vom Freitag, 2. Februar wurde dem Integrativen Schulzentrum Wels mitgeteilt, dass der Schulversuch „Inklusive Klassen an Kompetenzzentren“ eingestellt wird und in der Folge „für das ISZ Wels für das Schuljahr 2018/2019 kein Antrag zur Führung des Schulversuchs genehmigt werden kann“. Als Alternative wurde vom Landesschulrat das Modell „Dislozierte Volksschulklassen an Sonderschulen“ vorgestellt. Im Ergebnis bedeutet dies, dass das ISZ ab dem Schuljahr 2018/2019 mit keinen integrativen ersten Klassen mehr starten darf.

Bereits Mitte Dezember sind derartige Gerüchte an die Öffentlichkeit gelangt, weshalb der Gemeinderat der Stadt Wels eine Resolution zum Erhalt dieses Schulversuchs beschlossen hat. Eine offizielle Bestätigung dieser Gerüchte gab es Mitte Dezember vom Landesschulrat nicht. Die nunmehrige Mitteilung über die Beendigung des Schulversuchs wurde der Stadt Wels nicht übermittelt. Auch sonst hat der Landesschulrat mit der Stadt keinerlei Kontakt in Zusammenhang mit der Beendigung dieses Schulversuchs aufgenommen.

Das Integrative Schulzentrum Dr.-Schärf-Schule (ISZ Wels-Stadt) besteht in Wels seit mehr als 20 Jahren. Seit dem Schuljahr 2002/2003 werden dort Ganztagsklassen für Kinder mit Beeinträchtigung angeboten. Ein wesentlicher Teil des Konzepts ist dabei, den Kindern mit oftmals schweren Behinderungen und mit einem erhöhten Pflegeaufwand eine gewohnte Umgebung zu bieten und diese gemeinsam mit Kindern ohne Beeinträchtigung zu unterrichten.

Die Schule wurde in den vergangenen Jahren laufend – auch in Bezug auf ihre Räumlichkeiten und Ausstattung – an diese geänderten Bedürfnisse angepasst. Vor allem durch das Engagement der Direktorin sowie der Lehrer gemeinsam mit den Eltern konnte die Aufbringung erheblicher Drittmittel erreicht werden. Auch die pädagogische und therapeutische Förderung der Schüler wurde optimiert. Die Lehrer wurden auf diese Herausforderungen optimal vorbereitet und eingeschult.

Neben dem Unterricht werden eine Hippo- und Hunde-Therapie, Sprachunterricht und verschiedene Schulprojekte, wie beispielsweise „Zirkus macht Schule“, ein Weihnachtsmusical, Film-, Musik- und Fotoprojekte, angeboten. Seit dem Schuljahr 2015/2016 wird zusätzlich für die ersten und zweiten Volksschulklassen eine pädagogisch hochwertige Nachmittagsbetreuung bereitgestellt. Das ISZ hat sich damit weit über die Stadt Wels hinaus einen herausragenden Ruf als pädagogische Einrichtung in dieser beschriebenen Nische erarbeitet und ist aus dem täglichen Schulangebot der Stadt nicht mehr wegzudenken. 

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Die Beendigung dieses Schulversuchs kann in dieser Form nicht einfach so hingenommen werden. Wir werden als Stadt gemeinsam mit engagierten Eltern für den Erhalt dieses Schulversuchs eintreten. Die Protestaktionen werden sowohl Unterschriftenlisten als auch Interventionen auf politischer Ebene und zusätzliche Resolutionen an die Verantwortlichen beinhalten. Nicht nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang auch die Informationspolitik des Landesschulrats. Gerade bei derart sensiblen Themen, wie der Schließung von Schulen oder der Beendigung von Schulversuchen, wäre eine vorherige Kontaktaufnahme und Erörterung der Maßnahme mit der Stadt wünschenswert. Durch die Beendigung dieses Schulversuchs würde die Stadt eine wichtige soziale Bildungseinrichtung verlieren.“

Bürgermeister Dr. Rabl hat zwischenzeitig auch Kontakt mit dem Unterrichtsministerium aufgenommen, um für die Überleitung des Schulversuchs in den Regelunterricht einzutreten und wird dieses Anliegen demnächst auch in Wien auf politischer Ebene deponieren.

Textquelle: Stadt Wels



FPÖ-Wels, am 02.02.2018





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