Gedenkveranstaltung der Stadt Wels zur Reichspogromnacht

DDr. Herwig van Staa – Redner bei offizieller
Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht

In seine Schulstadt Wels kehrt der Tiroler Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa anlässlich der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt Wels zum Jahrestag der Reichspogromnacht zurück. Er hält am Freitag, 10. November um 18:00 Uhr (Pollheimerpark, Mahnmal für die Welser Juden) die Gedenkrede.

Kurzbiografie DDr. Herwig van Staa

Herwig van Staa wurde am 10. Juni 1942 in Linz geboren. Er besuchte die Volksschule in Bad Leonfelden und maturierte 1960 am Gymnasium Dr. Schauer-Straße in Wels. In dieser Zeit wurde er auch Mitglied der Katholisch Österreichischen Studentenverbindung Traungau zu Wels. Seit 1960 lebt van Staa in Innsbruck und absolvierte dort Studien der Rechtswissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Volkskunde und Soziologie. Sein beruflicher Weg führte ihn anschließend unter anderem an das Institut für Landesentwicklung sowie an das Institut für Alpenländische Land- und Forstwirtschaft der Universität Innsbruck. Letzteres leitete er ab 1980 als Assistenzprofessor und baute dort das international bekannte Studienzentrum für Agrarökologie auf.

Seine politische Karriere startete van Staa 1989 als Gemeinderat in Innsbruck. 1994 wurde er zum Bürgermeister der Tiroler Landeshauptstadt gewählt. Dieses Amt übte er bis zu seiner Wahl zum Tiroler Landeshauptmann im Jahr 2002 aus. Nach sechs Jahren an der Spitze des Bundeslandes trat DDr. van Staa 2008 das Amt des Präsidenten des Tiroler Landtages an. In dieser Funktion ist er bis heute tätig. Darüber hinaus engagiert(e) er sich im Österreichischen Städtebund (dessen Vizepräsident er war) sowie in leitenden europapolitischen Funktionen (z.B. Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates, Vizepräsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, Vorsitzender der Konferenz der regionalen gesetzgebenden Parlamente Europas).

Herwig van Staa übt folgende ehrenamtliche Tätigkeiten aus: Er ist Präsident des Alpenzoos Inns-bruck-Tirol, Präsident des Kuratoriums der Tiroler Landesgedächtnisstiftung und Präsident des österreichischen Schützenbundes. Er ist seit 1974 mit Luise, geborene Wallnöfer, verheiratet, deren Vater Eduard Wallnöfer von 1963 bis 1987 Landeshauptmann von Tirol war. Er hat einen Sohn und eine Tochter. Van Staas Interesse gilt neben Familie und Politik vor allem der bildenden Kunst. Seine liebsten Freizeitbeschäftigungen sind Lesen und Wandern.

Ein Überblick über DDr. van Staas Funktionen und Auszeichnungen ist im Anhang zu finden.
 

Engagement für die Erinnerungskultur

Während seiner gesamten politischen Laufbahn hatte DDr. Herwig van Staa zahlreiche Maßnahmen zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus gesetzt beziehungsweise unterstützt. Bereits als Mitglied des Kulturausschusses im Gemeinderat von Innsbruck war er maßgeblicher Initiator zur Errichtung der 1993 eröffneten neuen Synagoge.

Als Bürgermeister und auch später als Landeshauptmann konnte er in weiterer Folge einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau des jüdischen Gemeindezentrums leisten. Darüber hinaus ist er Mitinitiator zahlreicher Gedenkstätten sowohl in Innsbruck als auch in ganz Tirol.

In seine Zeit als Landeshauptmann fiel zudem die Auszahlung von insgesamt 18 Mio. Euro für die Entschädigung für von 1938 bis 1945 zerstörtes und/oder geraubtes Vermögen der jüdischen Gemeinden, Vereine und Stiftungen (Gemeinschaftsorganisationen) durch die Bundesländer. Rund 1,4 Mio. dieser Summe trug das Land Tirol entsprechend dem Aufteilungsschlüssel bei.

Weiters setzte sich van Staa für die Förderung des Instituts für Geschichte der Juden in Österreich durch das Land Tirol ein und unterstützte im Lauf der Jahre immer wieder Initiativen aus den Berei-chen Bildung, Kultur und Religion zum Thema „Juden in Tirol“.

Erklärtes Ziel von DDr. van Staa war und ist es, „das jüdisch-christliche Verhältnis zu stärken und zu festigen.“ Für dieses Engagement wurde er unter anderem im Jahr 2013 mit der Ehrenurkunde der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg ausgezeichnet.

Zitate

Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa: „Das Gedenken an die Ereignisse in der Reichspog-romnacht sollte uns daran erinnern, was die Zeit des Nationalsozialismus bedeutet und mit sich gebracht hat. Das Gedenken an alle Opfer, die ihr Leben lassen mussten, soll für uns eine wahrende Verpflichtung für Frieden und Freiheit, aber auch für Respekt und Toleranz gegenüber anderen, vor allem gegenüber Minderheiten sein.“

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Auch in Wels ist der jüdischen Bevölkerung in der Zeit des Nati-onalsozialismus unsägliches Leid widerfahren. Die jährliche Gedenkveranstaltung der Stadt zur Reichspogromnacht soll einen Beitrag dazu leisten, dass sich dieses Grauen nie mehr wiederholt. Es freut mich, DDr. Herwig van Staa zu diesem Anlass in seiner alten Schulstadt begrüßen zu dürfen.“

Anhang: Funktionen und Auszeichnungen von DDr. Herwig van Staa

Kommunal- und Europapolitik
1989: Wahl in den Gemeinderat der Landeshauptstadt Innsbruck
1994: Wahl zum Innsbrucker Bürgermeister (Wiederwahl: 2000); Nominierung durch den Österreichischen Städtebund zum Mitglied der österreichischen Delegation im Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarates (KGRE); Wahl zum Präsidenten der Europäischen Kommunal- und Regionalpolitischen Vereinigung der Europäischen Volkspartei
1995: Wahl zum Vizepräsidenten des Österreichischen Städtebundes
1996: Wahl zum Vizepräsidenten des KGRE
1998: Wahl zum Präsidenten der Kammer der Gemeinden im KGRE (zweite Amtsperiode: 2000)
2002: Wahl zum Präsidenten des KGRE
Seit 2002: Mitglied im Ausschuss der Regionen der Europäischen Union (AdR)
Seit 2004: Vizepräsident des AdR und österreichischer AdR-Delegationsleiter
2004 bis 2012: Mitglied des Präsidiums des KGRE
2008 bis 2010: Präsident der Konferenz der europäischen regionalen gesetzgebenden Parlamente
2012 bis 2014: Zweite Amtsperiode als Präsident des KGRE (Outgoing President: 2014 bis 2016)

Wichtige Ehrungen und Auszeichnungen
1999: Ernennung zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
1999: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
2002: Komtur mit Stern des Päpstlichen Silvesterordens
2005: Ehrensenator der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
2005: Großkreuz des päpstlichen Ordens des heiligen Gregor des Großen
2005: Großkreuz des Verdienstordens Pro Merito Melitensi des Souveränen Malteser Ritterordens
2006: Großes Silbernes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich
2009: Ehrenzeichen in Gold mit Brillant des Tourismusverbandes Innsbruck
2010: Ernennung zum Komtur des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
2012: Ehrensenator MCI Management Center Innsbruck und Medizinische Universität Innsbruck
2013: Ehrenurkunde der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg
2014: Kaiser-Maximilian-Preis, Europapreis für Regional- und Kommunalpolitik des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck
2015: Komturkreuz des Landes Burgenland
2015: Verdienstorden Heiliger Rupert und Heiliger Virgil in Groß-Gold
2015: Investitur zum Ehrenritter des St. Georgs-Ordens
2016: Konstantinischer Georgs-Orden Großkreuz
2017: Ehrenvorsitzender auf Lebenszeit des Deutschen Freundeskreises der Universitäten in Innsbruck e.V.

Ehrenbürger der Stadtgemeinde Bad Leonfelden (2001), der Stadtgemeinde Hall in Tirol (2003), der Stadt Innsbruck (2004), der Marktgemeinde Telfs (2008), der Marktgemeinde Matrei in Osttirol (2008), der Gemeinde Kals am Großglockner (2008) und der Stadt Oxapampa, Peru (2009) sowie Ehrenring der Gemeinde Elmen (2007).





Bild- und Textquelle: Stadt Wels



FPÖ-Wels, am 13.11.2017





  Zurück zur News-Übersicht