Angebotserweiterung der Linie Wels: Zahlreiche Verbesserungen für Welser Öffi-Benutzer

Im Auftrag der Stadt Wels wurde in den vergangenen Monaten ein Projekt für die Angebotserweite-rung der Linie Wels ausgearbeitet. Diese beförderte im vergangenen Jahr mit 65 Busfahrern und 33 Bussen auf einer Streckenlänge von 174 Kilometern und 368 Haltepunkten rund 7,2 Mio. Fahrgäste. Der konkrete Projektauftrag war die Bewertung des bestehenden Angebotes aus Sicht der Nutzer sowie das Aufzeigen möglicher Verbesserungen.

Zahlreiche Ansatzpunkte waren zu prüfen, wie beispielsweise:
• Anbindung neuer Wohn- und Gewerbegebiete,
• Qualitätssteigerung bei Bussen und Haltestellen,
• Betriebszeiten,
• Fahrplangestaltung,
• Abendverkehr,
• Sonn- und Feiertagsverkehr,
• Alternativen zum Sternsystem mit zentralem Halt am Kaiser-Josef-Platz,
• alternative Linienkonzepte (beispielsweise Ring- und Tangentiallinien),
• Kosten/Nutzen von Echtzeitanzeigen,
• kleine Busse,
• Bike & Ride sowie
• Anschluss Musikschule und Messegelände.

Die Steuerungsgruppe bestand aus Vertretern der politischen Parteien, Experten der städtischen Verkehrsplanung, der eww Gruppe und der Linie Wels. Unterstützung und Expertise wurde durch die „NahverkehrSüdwest“ aus Heidelberg eingebracht.

Im Rahmen der Arbeitssitzungen wurde das bestehende System durch die externen Berater als „sehr gut“ und „effizient“ bewertet. Folgende Punkte wurden als erhaltenswert eingestuft:
• hohe Frequenzen und Kundenzufriedenheit,
• Tarifsystem mit Chipkarte und Bestpreis-System,
• Umweltticket,
• Jugendticket,
• gut merkbarer Fahrplan,
• minimale Umsteigezeiten sowie
• zentraler Umstieg.

Abgeleitet von dieser Bewertung kam die Steuerungsgruppe zum Ergebnis, dass folgende Qualitätsfaktoren beibehalten werden sollten:
• Sternsystem mit zentralem/gleichzeitigem „Rendezvous“ der Buslinien am Kaiser-Josef-Platz,
• 15-Minuten-Takt,
• Tarifsystem mit Bestpreis und Chipkarte,
• minimale Umsteigewege und -zeiten,
• zentrales Kundenbüro auf der „Verkehrsinsel“ sowie
• gute Erschließung der Randgebiete durch Schleifen.

Ein separater Sonntagsverkehr wurde nicht empfohlen, da viel zu wenig Bedarf erwartet wird und ein gut ausgebautes Welser Sammeltaxi (WEST) vorhanden ist.

Die Einführung einer neuen Buslinie (Tangentiallinie) als direkte Verbindung zwischen dem Nor-den und dem Osten der Stadt wurde auf Grund der hohen Zusatzkosten in der Priorität nach den Abendbus und die Echtzeitauskunft gereiht.

Ein Citybus wurde ebenfalls nicht empfohlen, da die Innenstadterreichbarkeit sehr gut ist und nicht ausreichend neue Fahrgäste bei hohen Kosten erwartet werden. Ein Zusammenschluss benachbarter Linien an Endstationen, wie beispielsweise Lichtenegg/Laahen, Salzburger Straße/Gartenstadt sowie Pernau/Industriegebiet wäre auf Grund der erforderlichen Fahrzeiten nur mit erheblichem Mehraufwand an Bussen durchführbar.

Die angedachte Verlängerung der Linie 1 samt Erschließung des Herminenhofs wird aus Sicht der Experten erst mit einer (derzeit noch in Prüfung befindlichen) Öffnung der Eisenhowerstraße sinnvoll.

Einführung einer Abendverlängerung bis 22:30 Uhr

Empfohlen wurde eine Abendverlängerung bis 22:30 Uhr. Konkret sieht dies die Einführung von vier Rundlinien vor, die von Montag bis Freitag zwischen 20:30 und 22:30 Uhr sowie an Samstagen von 18:30 bis 22:30 Uhr im 30-Minuten-Takt verkehren. Da die bestehenden Tarife auch abends gelten, müssen sich die Nutzer auf keine zusätzlichen Tarifmodelle einstellen.

Besonders von der Abendverlängerung profitieren die Besitzer von Zeitkarten. Die Mehrkosten für die Einführung der Abendverlängerung werden auf rund 90.000 Euro geschätzt, der Start ist für Montag, 4. September 2017 vorgesehen.



Vier Rundlinien der Abendverlängerung.

Neue Fahrplanauskunft mit Echtzeitinfo

Eine weitere Verbesserung für die Nutzer verspricht die geplante Fahrplanauskunft mit Echtzeitin-fo. Dabei werden Routenplanungen und Echtzeitinformationen via Online-Fahrplanauskunft, einer neuen App und an Displays bei ausgewählten Bushaltestellen (Bahnhof Süd, Bahnhof Nord und Kaiser-Josef-Platz) angezeigt. Dafür werden alle Busse mit GPS und Mobilfunk ausgestattet. Die Investitionskosten für diese Maßnahme betragen rund 400.000 Euro, die laufenden jährlichen Kosten rund 20.000 Euro. Geplanter Start für die neue Fahrplanauskunft ist im Sommer 2018.

Weitere Verbesserungen

Darüber hinaus können sich die Kunden der Linie Wels auf folgende weitere Verbesserungen freuen:

• Fuhrparkerneuerung: Forcierter Austausch – drei statt zwei Busse (vollklimatisiert) pro Jahr
• Neue Fahrscheinautomaten und Fahrscheindrucker
• Verlängerung des Umwelttickets um 250 Euro bis Ende 2019
• Routenverlängerung, neue Haltestelle „Sportzentrum Wimpassing“
 Mobile Eye: System zur Erhöhung der Sicherheit im so genannten „toten Winkel“
• Eco-Training: Stärkung der ökologischen Fahrweise durch laufendes Feedback an die Fahrer
 Haltestellen-Infrastruktur:
Vier zusätzliche Wartehäuschen: Römerstraße (bei Fa. Hofer), Salzburger Stra-ße/Zeileisstraße, Sportzentrum Wimpassing und Wallerer Straße/Kneippstraße
Acht überdachte Bike & Ride-Abstellplätze

Zitate

Bürgermeister Dr. Andres Rabl: „Die Einführung des Abendbusses, die neue Fahrplanauskunft sowie die weiteren Verbesserungen werden zu einer zusätzlichen Attraktivierung des Welser Linienbusverkehrs beitragen und finden deshalb meine vollste Unterstützung.“

Verkehrsstadtrat Klaus Hoflehner: „Die Analyse, Entwicklung sowie Bewertung von Verbesse-rungspotentialen im Welser Linienbusverkehr war eine notwendige Standortbestimmung. Erste wichtige Schritte werden nun getan; der öffentliche Busverkehr bleibt ein zentrales Mobilitätsthema in der Stadt Wels."

Fraktionsvorsitzender Gemeinderat Markus Wiesinger: „Für eine Stadt ist der öffentliche Verkehr eine der wichtigsten Lebensadern. So wie sich eine Stadt stetig verändert, braucht auch der öffentli-che Verkehr eine permanente Weiterentwicklung. Die digitale Echtzeitinfo, der Abendbus und die neuen Fahrscheinautomaten sind dafür erste gute Schritte."

Vorstandssprecher Mag. Florian Niedersüß, MBA: „Ich freue mich über die exzellente Bewertung der Linie Wels durch einen unabhängigen Berater. Trotzdem konnten wir im Team Verbesserungen identifizieren, die wir jetzt zügig umsetzen werden."

Geschäftsführer Mag. Wolfgang Stöttinger: „Die Analyse des bestehenden Angebots und die Be-wertung von Erweiterungs- und Verbesserungsvorschlägen gemeinsam mit externen Experten war ein wichtiger Prozess. Aus diesen Erkenntnissen werden jetzt wichtige Entscheidungen getroffen, die einerseits die Attraktivität des derzeitigen Angebotes erhalten, aber notwendige und sinnvolle Verbesserungen ermöglichen.“

 

Bild- und Textquelle: Stadt Wels
 



FPÖ-Wels, am 18.04.2017





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